Die Region
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Mayana liegt im Norden Namibias, 20 km östlich der Stadt Rundu zwischen dem Okavango und der Schotterpiste D3402.
Diese ländliche Gegend leidet unter extremer Armut, der größte Teil der Bevölkerung ist arbeitslos, die Infektionsrate mit AIDS/HIV ist besonders hoch und überschreitet vermutlich jede offizielle Statistik. Daher werden die Kraals – die Wohneinheiten für Familien oder erweiterte Familien – vor allem von älteren Menschen und von Kindern bewohnt. Die ‚mittlere’ Generation, der Teil der Familie, der normalerweise für das Einkommen sorgt – stirbt buchstäblich weg.
Aufgrund der extremen Armut finden sogar Jugendliche mit einer guten Schulbildung keine Arbeit. Der Arbeitskampf in Rundu ist hart, und die einzigen Chancen auf Arbeit in dieser Gegend liegen in der N’Kwazi Lodge und der benachbarten Mayana Lodge, die für soziale Projekte gekauft wurde und auf der momentan 15 Arbeiter im landwirtschaftlichen Bereich mithelfen.
Was die ökologischen Bedingungen angeht, so besteht die Erde in der Region Mayana vor allem aus unfruchtbarem Sand. Daher sind Kompost und Mulch ein wichtiger Bestandteil einer jeden landwirtschaftlichen Tätigkeit.
Obwohl der Fluss das ganze Jahr über Wasser führt, ist die Wasserversorgung weiterhin eines der größten Probleme in dieser Region. Es gibt keine Pumpen, um das Wasser weiter ins Inland zu pumpen, so dass die Bewohner sich täglich um ihre Wasserversorgung kümmern müssen. Sie tragen die erforderliche Menge in Kalebassen auf ihren Köpfen, und das in vielen Fällen über eine Distanz von vielen Kilometern. Daher können die Felder auch nur während der Regenzeit bestellt werden, während die Bewohner in der Trockenzeit zwischen Mai und November von den Reserven leben müssen. Meistens sind diese Vorräte bereits im September aufgebraucht.
Daher ist Nahrungsmittelknappheit bis zum März, wenn die ersten Ernten eingefahren werden können,. ein sehr großes Problem.
Aufgrund der unfruchtbaren Erde sind die Bauern gezwungen, einen großen Teil des Waldes abzuholzen.
Die etwas besser gestellten Anwohner halten sich ihr eigenes Vieh, vor allem Ziegen und Rinder, einige Hühner und Schweine, doch auch sei sind in der Trockenzeit von der Nahrungsmittelknappheit betroffen, und für die Tiere wird es schwer, ausreichend Nahrung zu finden.
Einige Bauern errichten ihre Obst- und Gemüsegärten in unmittelbarer Nähe zum Fluss, was aus vielen Gründen problematisch ist: die Felder werden vor der Haupternte von dem anschwellenden Fluss in der Regenzeit überflutet, so dass die Ernte sehr kümmerlich ausfällt.
Leider tragen die Felder auch zu einer unkontrollierten Vermehrung von Schädlingen wie Fruchtfliegen, Raupen, Fadenwürmern sowie Pilz- und Virusinfektionen, da keinerlei Pestizide benutzt werden. Sollten die Bauern Pestizide benutzen, würde dies das Gleichgewicht des Flusses stören.
Die Zäune, die diese Felder umgeben, sind aus Zweigen der besonders sensiblen Bäume genau am Fluss gemacht. Die Bauern schneiden auch das Schilf am Fluss ab und bringen damit die Fließgeschwindigkeit des Okavango so aus dem Gleichgewicht, dass die Folgen noch in Botswana spürbar sind.
Daher ist es auf Dauer erforderlich, diese Felder genau am Fluss brach liegen zu lassen – es gibt keine alternativen Anbauflächen, die das ganze Jahr über vergleichbare Erträge bringen könnten, ohne die empfindliche Ökologie des Flusssystems zu zerstören.

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